Sozialformen


Jedes Kind besitzt eine unverwechselbare Identität, die durch eigene Erfahrungen und Vorkenntnisse sowie seine eigene Lebensgeschichte geprägt ist. Diese persönliche Lernausgangssituation jedes Kindes wird zum Ausgangspunkt unserer Lehr- und Unterrichtsvorbereitungen.
  • Tages- und Wochenplan

Die Kinder erhalten in Absprache mit ihrem Lehrer auf der Grundlage des schulinternen Lehrplans eine Aufgabensammlung für selbstständig zu erarbeitende oder zu übende Inhalte. Diese Aufgaben werden von den Schülerinnen und Schülern bei freier Zeiteinteilung innerhalb der Freiarbeitszeit erarbeitet, wobei Kinder des ersten und zweiten Schuljahres stufenweise über Tages- und Zweitagespläne an diese selbstständige Arbeitsweise herangeführt werden.
Diese Unterrichtsform ermöglicht besonders gut das differenzierte Arbeiten im Klassenverband.

  • Freiarbeit (auch: Freie Lesezeit, Freie Schreibzeit, Freie Mathezeit…)

Täglich 70 bis 90 Minuten arbeiten die Kinder an den Aufgaben ihres jeweiligen Tages- und Wochenplanes. In der Primarstufe bezieht sich die Arbeit vor allem auf Lerninhalte der Fächer Lesen, Schreiben, Rechnen und Sachkunde.
Freiarbeit bedeutet für die Schüler:

  1. Freie Wahl des Arbeitsthemas: Das Kind wählt seine Arbeit täglich aus der vom Lehrer vorbereiteten Umgebung. In dieser vorbereiteten Umgebung finden die Schüler "Schlüssel zur Welt", die den Vernetzten Unterrichtseinheiten inklusive Mathe und Deutsch oder auch besonderen Projekten zugeordnet werden können.
  2. Freie Einteilung der Arbeitszeit: Wenn Kindern ihr individuelles Lern- und Arbeitstempo zugestanden wird, schafft dies ein Selbstvertrauen, das auch vor größeren Vorhaben nicht zurück schrecken lässt. So können Arbeiten mehrere Tage dauern, aber auch der Wechsel von verschiedenen Arbeiten innerhalb der Freiarbeit ist möglich und wird von den Kindern verantwortungsvoll praktiziert. Das Arbeiten im eigenen Rhythmus führt zum Begreifen. Selbstverständlich dürfen hier keine 45 Minutentakte das Maß vorgeben.
  3. Freie Partnerwahl: Neben der Einzelarbeit sind hier auch immer wieder Arbeiten in wechselnden Gemeinschaften möglich. Gegenseitige Rücksichtsnahme, gegenseitiges Helfen führen zu Solidarität und sozialem Miteinander.

Die Ernte des Tages wird begutachtet und gemeinsam mit der Lehrkraft reflektiert. Wir trauen den Kindern zu, dass sie verantwortungsvoll, selbständig und selbstkritisch sich als Ursache ihrer Leistung erkennen.

  • Projektunterricht und Werkstattlernen

Im Mittelpunkt steht ein Unterrichtsthema, an dem längere Zeit, oft sogar über mehrere Wochen Fächer übergreifend gearbeitet wird. Dabei entscheiden die Kinder über Schwerpunkte und Lernwege sowie die Art der Präsentation (z.B. Vorträge halten, Bücher oder Plakate erstellen, Modelle anfertigen usw.) selbst.
Beim Werkstattlernen steht ebenfalls ein Unterrichtsthema im Mittelpunkt, zu dem von der Lehrkraft eine Vielzahl von Aufgaben vorgegeben wird, die die Kinder selbstständig auswählen und bearbeiten.

  • Frontalunterricht

Diese vom Lehrer gelenkte Form eignet sich mitunter zur Einführung neuer Unterrichtsinhalte, als Impuls im Klassenverband.

  • Einzel- und Kleingruppenförderung

Dabei geht es in erster Linie um die Förderung von Kindern mit Lernschwierigkeiten oder mit besonderen Begabungen. Gefördert werden diese Kinder entweder einzeln oder, wenn möglich, in Kleingruppen.

  • Teilungsunterricht oder Team-Teaching

Um den Bedürfnissen der Kinder besser gerecht werden zu können, werden einige Unterrichtsstunden der Woche mit zwei Erwachsenen (2 Lehrer, Lehrer und Erzieher, Lehrer und Sonderpädagoge) im Team gestaltet, besonders die Freiarbeitsphase.

  • Jahrgangs übergreifender Unterricht

Die Schülerinnen und Schüler werden in Jahrgangs übergreifenden Lerngruppen begleitet und unterstützt. Die Zusammenarbeit erfolgt in festen Lerngruppen von maximal 25 Kindern und ein bis zwei Erwachsenen (Lehrer und Erzieher). In einer Stammgruppe lernen Kinder unterschiedlicher Altersgruppen.
Wir unterteilen die Lerngruppen in die Jahrgangsstufen:
1. Stufe 1, 2 und 3
2. Stufe 4, 5 und 6
In der Freiarbeit lernen alle Kinder einer Lerngruppe in einem Verband. Für die vernetzten Unterrichtsfächer oder den Fachunterricht gilt oftmals eine gemeinsame Arbeit unterschiedlicher Schülergruppen die sich auf der Grundlage folgender Kriterien zusammensetzen können:

- geschlechterspezifisch
- interessenabhängig
- Leistungshomogen oder –differenziert
- Jahrgangsbezogen oder –übergreifend.